Raubfische im US Style

Angeln auf Barsch
Benutzeravatar
Alex
Beiträge: 192
Registriert: Di 26. Mai 2015, 23:02
Wohnort: Hameln

Raubfische im US Style

Beitragvon Alex » So 4. Okt 2015, 14:20

Da ich ja irgendwie jedes Jahr etwas brauche um mal ein wenig zu experimentieren, habe ich mich dieses Jahr im Sommer mal etwas mehr mit den so genannten Finesse Rigs befasst.

Dropshot kennt ja jeder, aber wie fängig sind eigentlich Texas-Rig und Carolina Rig?


Bild

Also beim ersten Einsatz gab es direkt beim ersten Wurf einen 60er Hecht und etliche Barsche, was sich in den folgenden Einsätzen so fortsetzte dass vor allem Barsche unsere Hauptbeute waren, allerdings hatte das sicherlich auch mit den Plätzen und der Jahreszeit zu tun, dass z.b. weniger Zander gebissen haben. Allerdings müsste es auf Zander klappen, doch dazu gleich noch etwas.

Bei uns war vor allem das Carolina-Rig sehr erfolgreich und außerdem konnte ich im Teich und am Bach mit einem etwas abgeänderten Splitshot-Rig gut fangen. Splitshot heißt eigentlich lediglich ein Bleischroth, aber auch das habe ich dann weg gelassen und somit lediglich FC-Vorfach, Offset Haken und Köder ohne jegliches Gewicht.


Doch zurück zum Carolina, was brauch man?

Die Rute muss vor allem schnell sein, da die Bissverwertung sicherlich Übungssache ist. Teilweise hatten wir sehr brutale Bisse, aber auch sehr kurzes Zupfen was schwer zu Bissen umzuwandeln war. Ich bin hier mit meiner Aspiusrute eigentlich ganz gut zurecht gekommen, aber will man speziell nur mit Rig fischen gibt es sicherlich besseres Gerät, aber an sich sollte jedes leichte Jig- und Faulenzgerät auch passen. Man muss sich aber angewöhnen ein wenig stärker als gewohnt anzuschlagen, gerade wenn der Haken im Köder steckt.

Dazu brauch man Fluorocarbon und Snaps; also Einhänger. Außerdem die so genannten Bullet Weights oder Tungsten, allerdings habe ich hier keine Unterschiede gemerkt ob man die günstige Variante fischt oder mehr Geld ausgibt. Dann natürlich die Glasperlen, auch wenn wir ohne und statt dessen mit Gummiperle auch gefangen haben, allerdings soll das Klack ja anlocken, aber gerade im klaren oder flachen Wasser wird es auch so fangen und hier muss man einfach experimentieren, aber im Prinzip habe ich immer mit Glasperle angefangen. Ja und zu guter Letzt, abgesehen von den Ködern, bedarf es noch der Offsethaken.

An Ködern werden vor allem Würmer und Creature-Baits genannt und gerade mit dem Lunker City Hellgie habe ich auch einige Barsche gefangen, während Gummiwürmer nicht viel brachten und die perfekten Köder baut mMn vor allem Keitech. Gerade der Easy Shiner ist am Rig perfekt, aber auch der Fat Swing Impact läuft sehr gut und im Prinzip wird jeder No Action Shad klappen, während Kumpel von mir auch sehr gut mit dem Hairy Mary gefangen hat. Wichtig ist dass man Köder nutzt die unbeschwert schon im Absinken arbeiten (z.b. der Shaker scheidet vollkommen aus) oder eben gewollt nicht arbeiten. Außerdem haben z.b. Köder wie Easy Shiner oder Fin-S eh schon den Vorteil, dass sie für die Anköderung sehr gut sind weil sie den Hakenschlitz haben. Zwingend verstecken muss man den Haken übrigens nicht: Erhöht die Hängergefahr, aber bei zaghaften Bissen etwas bessere Bissausbeute.

Vorteile gegenüber dem Jiggen/Faulenzen:

- Ganz klar hat man eine deutlich niedrige Hängerquote. Das Blei gleitet sehr leicht zwischen Steinen lang, der Köder hängt bei Haken im Köder eh nie.
- Man kann eine sehr lange Absinkphase provozieren und dabei schwerere Bleie fischen. Will man also auf Distanz mit kleinen Ködern ist man klar im Vorteil.
- Die Methode eignet sich auch gut mit einem Naturköder. So haben wir mit Tauwürmern gefangen, allerdings dabei noch mehr Fehlbisse, jedoch eine Methode für die Schonzeit und Kunstköderverbot.

Tipps:

- statt der Montage mit Blei - Wirbel - Vorfach - Haken funktionierte auch Stopper statt Wirbel, da man so den Abstand noch verändern kann. Hier muss man allerdings gute Stopper wählen (Sbirolinostopper) und am besten zwei aufziehen, sonst hat man bei jedem Wurf aus dem Carolina ein Texas-Rig gebastelt.

- bewährt hat sich eine abwechslungsreiche Führung aus Zupfen und anjiggen. Man kann hier aber sehr gut zwischen aggressiv und Zeitlupe switchen und selbst mit "toter" Rute und den Köder nur in der Strömung spielen lassen gab es oftmals Bisse.


Also ich kann jedem nur empfehlen es mal auszuprobieren. Wir haben teilweise absichtlich Rig gegen Faulenzen gemacht und gerade im Bezug auf die Menge schien das Rig immer überlegen zu sein. Unter anderem hatte ich einen Tag mit 4 Barschen und 1 Hecht (gefaulenzt) und Kumpel fing rund 50 Barsche am Rig bei gleichen Köderfarben und Plätzen. Für Zander werde ich diese Methode auch im Winter noch einmal versuchen, weil ich denke auch da könnte sie punkten. Langsame Führung wie sie am Jigkopf so nie möglich wäre und eine aufreizend lange Absinkphase erreichen, dazu wird dem Zander das Einsaugen des Köders so eindeutig leichter fallen.
Raubfischcounter 2016

Hecht: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Zander: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Rapfen: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Bachforelle (ü 40): 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)

Benutzeravatar
flarfischangeln
Beiträge: 184
Registriert: Di 26. Mai 2015, 20:57
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon flarfischangeln » Mo 5. Okt 2015, 22:01

Klasse Bericht Alex . Leicht zu vestehen. Werde jetzt im Herbst mich auch mal damit befassen. Ich habe schon öffters Videos darüber gesehen, aber den Braten nie getraut.
:RFF:


Fische sind statistisch gesehen, die am seltensten überfahrenen Tiere.

Benutzeravatar
flarfischangeln
Beiträge: 184
Registriert: Di 26. Mai 2015, 20:57
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon flarfischangeln » Fr 9. Okt 2015, 10:03

Gibst da ein Video zu was du empfehlen kannst? War gestern am See, und konnte 4 schöne Barsche erbeuten in 2 Stunden.Musste dann auch aufhören weil es schon recht Dunkel wurde. Ich glaube ich komme noch nicht mit der Köderführung zu recht.
:RFF:


Fische sind statistisch gesehen, die am seltensten überfahrenen Tiere.

Benutzeravatar
Alex
Beiträge: 192
Registriert: Di 26. Mai 2015, 23:02
Wohnort: Hameln

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon Alex » So 11. Okt 2015, 00:09

Ich hab die ersten Male einfach gefaulenzt und dann irgendwann so ein Mittelding gemacht. Ganz erfolgreich war bei mir ein Rute langsam hoch ziehen und dabei eine Kurbelumdrehung. Aber klar ist dabei die Bisserkennung eben auch immer etwas schwerer.

Zu den Videos: Wirklich was gutes hatte ich da auch nicht gefunden. Wenn man googelt findet man immer ein paar Berichte, aber das mehr so 5 Infos aus 20 Beiträgen und auch bei youtube immer nur Kleinigkeiten.
Raubfischcounter 2016

Hecht: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Zander: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Rapfen: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Bachforelle (ü 40): 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)

Benutzeravatar
flarfischangeln
Beiträge: 184
Registriert: Di 26. Mai 2015, 20:57
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon flarfischangeln » So 11. Okt 2015, 14:53

Ok. Da werde ich mal selber probieren wie es am besten läuft. Probieren geht über studieren. Aber deine Tips haben mir schon weitergeholfen. :smluck: :smluck:
:RFF:


Fische sind statistisch gesehen, die am seltensten überfahrenen Tiere.

Benutzeravatar
flarfischangeln
Beiträge: 184
Registriert: Di 26. Mai 2015, 20:57
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon flarfischangeln » Mo 12. Okt 2015, 07:50

Alex,wie verbindest du das Fluorcarbon mit der Hauptschnur?
:RFF:


Fische sind statistisch gesehen, die am seltensten überfahrenen Tiere.

Benutzeravatar
Alex
Beiträge: 192
Registriert: Di 26. Mai 2015, 23:02
Wohnort: Hameln

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon Alex » Mo 12. Okt 2015, 14:17

flarfischangeln hat geschrieben:Alex,wie verbindest du das Fluorcarbon mit der Hauptschnur?


Entweder kommt ans FC eine Schlaufe mit Klemmhülsen und dann no knot Verbinder oder der Albright Knoten (den dann mit Sekundenkleber sichern). Meist mache ich sowohl beim Rig wie auch beim Faulenzen ersteres, außer es sind schwere Bedingungen wo ich noch besseren Köderkontakt brauche.
Raubfischcounter 2016

Hecht: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Zander: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Rapfen: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Bachforelle (ü 40): 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)

Zöli
Beiträge: 22
Registriert: Do 28. Mai 2015, 09:03

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon Zöli » Di 22. Dez 2015, 15:35

Hey Alex,

super Bericht!
Ich wollte mich nächstes Jahr auch damit beschäftigen. Mein dafür vorgesehenes Gewässer ist die Ems. In unserem Bereich ist der Hecht der Hauptjäger, daher frage ich mich, ob ich das System auch mit einem Stahlvorfach binden kann?
Hast du damit Erfahrung? Die Ems ist meist recht trübe, womit das Vordach also nicht so auffällt. Aber wie ist es wohl mit dem Klick-Geräusch? Hemmt die Struktur das gleitverhalten des Bleis?

Benutzeravatar
Alex
Beiträge: 192
Registriert: Di 26. Mai 2015, 23:02
Wohnort: Hameln

Re: Raubfische im US Style

Beitragvon Alex » Di 22. Dez 2015, 21:35

Zöli hat geschrieben:Hey Alex,

super Bericht!
Ich wollte mich nächstes Jahr auch damit beschäftigen. Mein dafür vorgesehenes Gewässer ist die Ems. In unserem Bereich ist der Hecht der Hauptjäger, daher frage ich mich, ob ich das System auch mit einem Stahlvorfach binden kann?
Hast du damit Erfahrung? Die Ems ist meist recht trübe, womit das Vordach also nicht so auffällt. Aber wie ist es wohl mit dem Klick-Geräusch? Hemmt die Struktur das gleitverhalten des Bleis?


Gute Frage, aber theoretisch könnte man es ja auch so aufbauen: Geflecht - ein Stück FC wo das Blei und die Perle drauf laufen und dann Stahl. Fragt sich nur ob die vielen Verbindungen nicht dem Köderkontakt schaden, allerdings würde ich wenn es um Hecht geht eh nicht so sehr auf die Finesse-Rigs setzen. Hechten ist relativ egal wie viel Gramm der Jig hat und die sprechen doch mehr auf taumelnden Lauf und so an. Beim Carolina oder Texas punkten eben andere Dinge, die mehr auf Barsch und Zander ausgerichtet sind
Raubfischcounter 2016

Hecht: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Zander: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Rapfen: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Bachforelle (ü 40): 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)


Zurück zu „Barsch“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast