So fischt man erfolgreich auf Rapfen

Angeln auf Rapfen
Benutzeravatar
Alex
Beiträge: 192
Registriert: Di 26. Mai 2015, 23:02
Wohnort: Hameln

So fischt man erfolgreich auf Rapfen

Beitragvon Alex » Do 28. Mai 2015, 12:28

So ich übernehm mal einen Thread aus dem alten Forum, den ich da mal geschrieben hatte...


Bild

Rapfen findet man inzwischen wohl in jedem größeren Fluss. Egal ob Rhein, Elbe, Weser, Oder, Main, Neckar und so ziemlich jeder vergleichbare Strom haben inzwischen sehr gute Bestände der räuberischen Weißfische. Doch wirklich viel befischt werden diese Fische nicht, was sicherlich auch daran liegt dass sie als Speisefisch absolut mangelhaft sind und eben noch nicht so viele Jahre weit verbreitet sind. Aber gerade als Herausforderung und Sportfisch ein echter Spaß, zumal Rapfen sich auch noch fangen lassen, wenn Hecht und Zander schon Hitzefrei machen. Ein 60er Rapfen macht zumindest Spaß, ein 70er lässt einen schon schwitzen und ein 80+ Fisch ist im Drill sehr schwer zu toppen.

Das richtige Gerät

Zum Rapfenfischen brauch man definitiv auch die passende Rute und eine Rolle mit gut arbeitender (Front-)Bremse. Die Rute sollte im eher unteren Wurfgewichtsbereich liegen (bis max. 30g ist ideal), schnell sein um den Anhieb gut zu setzen und im Drill genug Rückgrat haben um auch einen 11 oder 12 pfündigen Rapfen seine Grenzen zu zeigen. Ich fische hier wie auch beim Jiggen meine Yasei Aspius; klar die Rute trägt ja sogar den Namen des Rapfens und wurde dafür entwickelt. Mit 2,70m, einem Wurfgewicht bis 28g und gutem Drillverhalten der perfekte Rapfenstock. Allerdings darf eine Rapfenrute auch noch etwas weicher in ihrer Aktion sein; z.b. sind auch die Brave Rute oder die Berkley Skeletor gute Ruten.

Zur Rolle nur soweit: Wichtig ist vor allem die Bremse, da Rapfen sich oft durch überraschende Fluchten auszeichnen. Außerdem sollte man auch auf die Übersetzung schauen, wobei das immer etwas Geschmackssache ist. Ich fahre gut mit einer 6,2:1 Übersetzung, aber im Bereich 5,2:1 ist auch absolut ok. Bei der Schnur gehen die Meinungen etwas auseinander: Früher habe ich meist monofile Schnur auf Rapfen gefischt, was im Drill selbst weniger Aussteiger gibt, weil die Dehnung bei letzten Fluchten kurz vor der Landung hilft und sicherlich ist das Thema Unauffälligkeit auch nicht zu unterschätzen beim Oberflächenfischen. Allerdings erreicht man mit geflochtener Schnur höhere Wurfweiten und bekommt den Anhieb besser durch. Den Nachteil der fehlenden Dehnung muss man über die Bremse ausgleichen, was einfach nur Übungssache ist. Wirklich weniger Bisse bekomme ich aber auch an der geflochtenen Schnur nicht.

Bild

Die besten Plätze

Die besten Stellen sind vor allem strömungsreiche Plätze. So z.B. an Buhnen (links), Wehrrauschen (Mitte) oder einfache schnelle Bereiche (rechts). Aber auch schnelle Innenkurven im Fluss, Bereiche wo sich die Strömung bricht, wo Strömungen aufeinander treffen oder wo durch Steine oder andere Hindernisse eine Beschleunigung der Strömung vorkommt. Manchmal sind aber auch Bereiche gut, wo der Rapfen aus einer ruhigen Ecke in den Hauptstrom jagen kann. So sind hier bei uns alte Slipanlagen super, wo nur eine kleine ruhige Bucht ist und sich genau da die Rapfen sammeln. Zum Glück verraten sich Rapfen oftmals wo sie stehen und rauben; da wo es sich anhört als würde jemand vom Himmel riesige Steine ins Wasser werfen, rauben die Rapfen. Leider kommt dieses Rauben aber auch oftmals im Hauptstrom vor, weswegen man eben Gerät fischen sollte, womit sich auch 40, 50 oder 60 Meter weite Würfe schaffen lassen.

Bild

Die fängigsten Köder

Viel Auswahl braucht man beim Rapfenfischen nun wirklich nicht. Von links nach rechts: Salmo Slider in 7cm sinking, zwei Popper in versch. Größe, Salmo Thrill, Falkfish Spökket, ASP Spinner, Mozzi Blinker, Hansen Flash Blinker. Das sind so meine Favoriten in jeweils versch. Farben, wobei rot/weiß und natürliche Farben immer die erste Wahl sind. Danach kommen Schockfarben oder komplett schwarze Köder sind auch manchmal eine gute Wahl. Allgemein gehen auch andere schlanke Blinker, Spinner funktionieren auch (lassen sich nur oft nicht weit genug werfen und man sollte so etwas wie Libelle-Spinner fischen) und normale Schwimmwobbler fangen auch (aber ebenfalls keine hohen Wurfweiten) durchaus.

Zur Köderführung: Oft heißt es Rapfen beißen nur auf schnell geführte Köder. Ich sage stimmt nicht, da es einen ganz einfachen Grund hat. Man muss sehr viele Köder einfach super schnell führen, damit sie flach laufen und genau das müssen sie tun um Rapfen zu fangen. Allerdings fangen auch Popper oder Slider, die eh schon flach laufen durchaus langsam geführt. Gerade beim Popper fällt oft auf, dass die Köderführung nicht schnell sein muss, aber dafür muss der Köder auffallen.

Noch ein paar Anmerkungen

Vorfach: Ganz klar ein Fluorocarbon, was min. 80-90cm lang sein sollte und am Vorfach sollte anders als beim Jiggen ein richtiger Wirbel angebracht sein und kein Snap. Zu viele der Köder rotieren um die eigene Achse und neben Drallgefahr laufen sie dann auch einfach nicht mehr gut. Zwar hat man selten Beifänge, aber aufgrund möglicher Hechte sollte ein FC-Vorfach ruhig 0,45mm haben und die Rapfen selber stört es nicht. Hab ich eine Stelle, wo 100% kein Hecht steht (was es bei uns aber kaum noch gibt), dann geh ich mal bis auf 0,33er runter, aber wie gesagt ist kein Muss.

Fangzeit: Fangen kann man sie an den richtigen Plätzen den ganzen Tag, aber am aktivsten sind Rapfen im Sommer meist so von 20-22 Uhr und dann findet man sie auch am besten oder da ist einfach das Fischen mit der meisten Spannung verbunden, weil man auf raubende Fische lauert die man anwerfen kann und gerade wenn man einmal auf Popper gefangen hat und diese Sucht versteht, ist das die beste Zeit. Die Morgenstunden sind allerdings auch nicht viel schlechter und wie gesagt, weiß man wo sie stehen, kann man sie den ganzen Tag fangen. Nur nachts habe ich noch nie Rapfen gefangen.

Landung und Behandlung: Klar Keschern geht immer, mein Fall ist es allerdings nicht. Bei mir ist der Lipgrip, Nackengriff und bei größeren Fischen Schwanzwurzelgriff angesagt. Ganz wichtig aber: Rapfen nicht im Kiemengriff hängen lassen; also so dass ihr eigenes Gewicht zieht. Bei kleineren Fischen geht das, aber Exemplaren ab 5-6 Pfund reissen dabei die Kiemen kaputt. Anders als bei Hecht und Zander sind die Kiemen von Weißfischen einfach nicht dafür gemacht. Erschwert natürlich ein wenig das Abhaken, weswegen ich wie gesagt den Grip benutze, den Haken noch im Wasser löse und dann ggf. gleich so releassen kann. Allerdings sind Rapfen auch recht zäh und nicht so empfindlich wie Zander.



So ich hoffe, ich konnte mit dem Roman den ein oder anderen Tipp geben und jedem, der bisher noch keinen Rapfen gefangen hat diese Fischart schmackhaft machen. Man kann es wirklich nur empfehlen, denn allein durch ihr Jagdverhalten und die Drills gehören Rapfen zu den tollsten Raubfischen. Adrenalinkick garantiert! Und wenn es ideal lief, dann hat man am Ende so einen schönen silbernen Torpedo gefangen :tongue:
Raubfischcounter 2016

Hecht: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Zander: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Rapfen: 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)
Bachforelle (ü 40): 0 Stk. (Jahresbest: xxxcm)

Zurück zu „Rapfen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast