Wie Standorttreu sind besetzte Zander

Angeln auf Zander
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Alex
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Wie Standorttreu sind besetzte Zander

Beitragvon Alex » Mo 1. Jun 2015, 10:04

Kennt sich jemand vielleicht etwas bei dem Thema aus?

Folgendes: Unser Stadtbereich hier ist sonst eigentlich erst zum Winter für Zander interessant, während man da sonst in den Jahren vll. auf jeden 50. Hecht mal einen Zander hatte. Heute dagegen das genaue Gegenteil, auch wenn da drei kleine Zander bei waren. Ich weiß aber dass 2013 und 2014 sogar zweimal genau auf dem Abschnitt besetzt wurde. Die Satzgrößen waren 25-40cm große Zander und irgendwo hat ich mal gehört ab einer gewissen Größe bleiben die Zander da wo sie besetzt wurden!? Also zumindest mehr oder weniger auf dem Abschnitt. Kann da jemand was zu sagen?
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Jürgen
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Re: Wie Standorttreu sind besetzte Zander

Beitragvon Jürgen » Mo 1. Jun 2015, 17:54

Hallo Alex,

in all den Jahren in denen ich als Gewässerwart Zander gesetzt habe, konnten wir in den entsprechenden Gewässer keine Zunahme der Zanderbestände erkennen, Zanderbesatz macht nur Sinn um einen Bestand auf zu bauen, dort wo der Zander sich nicht wohl fühlt und keine seinen Bedürfnissen entsprechenden Bedingungen vorfindet, veschwindet er in der Regel schnell wieder.
Wenn sich nach Neubestz in einem Gewässer nicht nach 3 bis 5 Jahren ein sich selbst tradender Bestand aufgebaut hat, ist weiter Besatz reine Verschwendung von Resourcen.
Wir haben in der Regel dann den Zanderbesatz an den entsprechenden Gewässern auch wieder eingestellt.
Gruß Jürgen

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Olaf
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Re: Wie Standorttreu sind besetzte Zander

Beitragvon Olaf » Mo 1. Jun 2015, 21:49

Standorttreu Zander....würde ich auch erstmal verneinen.
Ein Zander zieht da hin, wo er sich wohl fühlt.
Ich würde es so sehen...es gibt zb Buhnen an der IJssel wo immer wieder Zander
vorkommen...wird der Untergrund durch evtl Baggerarbeiten geändert, ist es meistens Schluss mit Zander.
Petri, Olaf
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Re: Wie Standorttreu sind besetzte Zander

Beitragvon Alex » Mo 1. Jun 2015, 22:11

Jürgen, das wäre schon gegeben dass die Zander sich da wohl fühlen zumindest in dem Gewässer an sich. Die Weser dürfte ohne Frage eins der besten deutschen Zandergewässer sein.

Olaf, die Frage ist nur wie weit schwimmen sie weg? Der Platz war früher einer der besten Abschnitte und da wurde immer sehr viel gefangen und auch dementsprechend abgeschlagen. Also als wenn auf dem Abschnitt zuviel mitgenommen wurde; aber an sich hats da ne Kurve, sehr tiefes Wasser, Brückenpfeiler, ne Hafeneinfahrt...also durchaus Zanderstellen. Interessant wäre eben ob die da bleiben oder sich stromab treiben lassen
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Re: Wie Standorttreu sind besetzte Zander

Beitragvon Jürgen » Mi 3. Jun 2015, 20:04

Hallo Alex,

das die Weser ein gutes Zandergewässer ist kann ich bestätigen, mein :angeln:Revier ist von Flußkilometer 308 bis 362
Das gute Spots immer wieder Zander bringen weist du ja selbst am besten, leider hat der Befischungsdruck an einigen Ecken doch so zugenommen, das die Zanderbestände spürbar weniger geworden sind, und das relativ klare Wasser vereinfacht die Sache auch nicht gerade.
In erster Linie ist aber die bessere Wasserqualität der Hauptgrund für den Rückgang der Zander, es fehlen halt die früher Massenhaft vorkommenden Salinenkrebse die für die Zanderbrut eine hervorragende Nahrungsquelle darstellten.
Die bessere Wasserqualität bedeutet halt, weniger Nährstoffe im Wasser, was den Fischertrag zurück gehen lässt, allerdings ist im Gegenzug die Qualität der Fische auch besser.
Beim Zander können wir seit Jahren anhand der Fangauswertungen feststellen das die Stückgewichte nach oben gehen während die Gesamtstückzahl fällt.

Zur Standorttreue der Zander kann ich nur sagen was ich mal gelernt habe, der Spruch war damals "der Zander ist ein Zigeuner" und ich glaube das ist auch heute noch so.
Gruß Jürgen

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Re: Wie Standorttreu sind besetzte Zander

Beitragvon Alex » Mi 3. Jun 2015, 20:38

Kann man alles unterschreiben. Dass Zander nicht so standorttreu wie Hechte sind ist klar, aber sie könnten ihr gewohntes Revier bei behalten wenn die Bedingungen stimmen. Und an dem Platz liegt der Rückgang der Fänge sicher auch daran, dass es früher die Paradestrecke und da sehr viel abgeschlagen wurde und dazu unser Hafen als potentielles Laichrevier immer mehr verlandet.

Das mit den Stückzahlen und Größen kann ich auch bestätigen. Entweder fang ich die gerade besetzten oder richtig gute meistens; vergleicht man das mal mit dem MLK hier in der Nähe ganz anders. Da kratz ich auch mal an zweistellig, aber da ist ein 60er Zander ein schöner Fisch, während in der Weser jedes Jahr Fische über 90cm raus kommen, der Größte von dem ich weiß hatte sogar sage und schreibe 103cm.Dafür nehmen Hecht und Rapfenbestände immer mehr zu.

Beweisen aber auch andere Fischarten: Aale war hier früher ein Traum mit der hohen Salzbelastung, dafür fehlten Barben zum Beispiel
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